Silberne Art Deko Frackuhr, signiert CYMA im Zifferblatt und auf einer Werkplatine

Frackuhren sind sehr flach gebaute Taschenuhren, die in einer Fracktasche nicht auftragen sollen. Dieses hier vorgestellte Exemplar aus der Zeit um 1925 ist sehr dekorativ mit einem niellierten Mäanderkranz auf der Lünette und dem Rückdeckel versehen. Auch der Mittelteil des versilberten Zifferblattes mit den typischen Art Deko Ziffern trägt in der Mitte Verzierungen in Niello-Technik. Die Kathedral-Zeiger sind fein gearbeitet. 

Das Werk mit 15-steinigem Schweizer Ankergang hat chatonierte Lager und eine große Unruh, das Gehäuse ist aus Silber

  

Silberne Taschenuhr mit Duplexgang, ca. 1860

Beim Duplexgang hat der Sekundenzeiger die Eigenschaft zwei Sprünge in der Sekunde zu machen. Dabei kann diese Hemmung so eingestellt werden, dass der erste Sprung sehr klein, fast nicht wahrnehmbar, und der zweite Sprung dann natürlich sehr groß ist. Dies bewirkt, dass es fast aussieht, als ob der Sekundenzeiger Sekundensprünge macht. Das war in dieser Zeit eine sehr begehrte Option (Seconde morte), die allerdings nur mit hohem technischen Aufwand machbar war.

Die hier vorgestellte Uhr hat einen ungewöhnlichen Platinenaufbau mit großer Unruh und schönen, gebläuten Schrauben. Auch die Zeiger sind ungewöhnlich fein gearbeitet und in zwei Farben (Gold und Blau) ausgeführt. Das Gehäuse ist aus Silber, die Cuvette aus Metall.

  
  

Silberne Taschenuhr, signiert OMEGA , ca. 1910

Die hier vorgestellte Uhr zeigt eine typische Eigenart der Uhren aus dieser Zeit:  Die Präsentation der auf Weltausstellungen gewonnenen Medaillen auf der Cuvette.  Diese Sitte war so verbreitet, dass auch Firmen, die gar nicht auf Ausstellungen waren oder dort keine Preise gewonnen haben, Phantasie-Medaillen auf ihren Cuvetten prägten. Diese Omega im Silbergehäuse präsentiert stolz den in Paris 1900 gewonnenen Grand Prix. 

Das Werk ist typisch für qualitätsvolle Uhren aus dieser Zeit. Der Unruhreif ist bi-metallisch und aufgeschnitten, Die Gewichtsschrauben aus Gold, die Spirale mit Phillips-Endkurve (Breguet-Spirale). Die goldenen Louis-XVI-Zeiger sind fein gearbeitet, das Emailzifferblatt ist makellos und mit sehr schönen goldenen Minuten-Indexen versehen. Typisch ist auch die Gravur auf dem Unruh-Kloben, eine Eigenschaft, die heutzutage von Lange wieder aufgenommen wurde.

Die Rückseite des Silbergehäuse ist sehr fein guillochiert mit einem leeren Monogrammschild in der Mitte.

  
  

Goldene Savonette, 1905

Auch diese hier vorgestellte Uhr zeigt eine typische Eigenart der Uhren aus dieser Zeit:  Sie wurde für gute Leistungen verliehen.  Diese Uhr wurde anlässlich des 25jährigem Jubiläums am 24.7.05 von den Beamten der S.B.K. dem Jubilar überreicht (Schade, dass es diese Sitte nicht mehr gibt !). 

Das Werk ist typisch für Uhren in mittlerer Qualität aus dieser Zeit. Typisch ist auch die Gravur auf dem Unruh-Kloben, eine Eigenschaft, die heutzutage von Lange wieder aufgenommen wurde.

Ungewöhnlich ist das Zifferblatt, ein champagnerfarbenes Metallzifferblatt mit einer sehr feinen Guillochierung, die das Zifferblatt richtiggehend schimmern lässt. Sehr schön auch die goldenen Minutenindexe.

Die Vorderseite des Goldgehäuse ist sehr fein guillochiert und mit einem leeren Monogrammschild in der Mitte versehen. Auch die Rückseite weist die gleiche feine Guillochierung auf.

  
Gold-Plattierte Taschenuhr, ca. 1955

Ein "letztes Aufbäumen" der schönen Sitte, eine Uhr zu einem Jubiläum zu überreichen. Zu einer echten Golduhr hat es allerdings nicht mehr gereicht. Diese Uhr hat ein Gehäuse im Sandwichverfahren: zwei dünne Goldbleche wurden auf ein dickeres Metallblech aufgetragen und daraus das Gehäuse gefertigt. Schön allerdings, dass der Rückdeckel so geformt wurde, dass er geöffnet als Aufsteller dient, d.h. die Uhr steht ohne Ständer und kann so auf einem Tisch oder Schreibtisch platziert werden.

Das Schweizer Werk ist mit einem Pfauenaugeschliff versehen, hat 15 Steine und ist in drei Lagen adjustiert. Das Emailzifferblatt ist makellos. 

  
"Klassische" Gold-Savonette, ca. 1890

Eine schlichte goldene Taschenuhr für all diejenigen, die sich mehr leisten konnten als eine Silbertaschenuhr. Das Gehäuse in polierter Ausführung, das vergoldete Werk in mittlerer Qualität mit Breguet-Spirale. Das makellose Emailzifferblatt mit den geschwungenen arabishen Zahlen und den Breguet-Zeigern ist ebenfalls typisch für die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert.

  
Frühe Silber-Savonette, signiert auf Zifferblatt und Cuvette mit Jules Huguenin, ca. 1855

Sehr feine silberne Savonette in einem schweren, massiv gearbeiteten Gehäuse. Typisch war für diese Zeit die Gravur der Cuvette: Alle Angaben, die man für wichtig hielt wurden auf ihr graviert. Hier:  Straight line lever, 15 Ruby, Compensation Balance, Jules Huegenin, Locle. Dies zeigt, dass diese Uhr für den Englischen Markt bestimmt war. 

Das Werk ist in Lepine-Bauweise, d.h. mit einzelnen Brücken und Kloben, eine Bauweise, die den Uhrenbau revolutionierte, denn einzelne Brücken und Kloben erleichtern die Montage im Vergleich zu einer Vollplatine sehr. Auch sind Reparaturen bei dieser Bauweise leichter durchzuführen.

Das schwere Silbergehäuse ist auf der Vorderseite mit einem leeren Monogrammschild graviert, die Rückseite weist eine ähnliche Schmuckgravur auf. Die Zeiger sind sehr fein gearbeitet, das Emailzifferblatt makellos.

  
Silber-Taschenuhr, signiert auf Zifferblatt und Werk mit H. Samuel, Manchester, ca. 1890

Silberne Lepine in einem schweren, massiv gearbeiteten Gehäuse. Diese Uhr repräsentiert das letzte Aufbäumen der Englischen Uhrenindustrie. Anders als die oben vorgestellte Uhr von Huguenin ist diese noch mit einem Vollplatinenwerk ausgestattet. Das Festhalten an dieser traditionellen Bauweise noch im späten 19. Jahrhundert war der Untergang der Englischen Uhrenindustrie, da die Uhren in Lepine-Bauweise billiger hergestellt und daher auch preiswerter verkauft werden konnten.

Das schwere Silbergehäuse ist auf der Rückseite mit einem leeren Monogrammschild in Form des Hosenbandordens graviert. Das Emailzifferblatt hat bei der V eine kleine Abplatzung.

  
 Niello(Tula)-Taschenuhr, signiert auf Zifferblatt  mit Chronometre Lux, ca. 1910

Auch diese Uhr trägt ein typischen Zeichen ihrer Zeit, nämlich die Bzeichnung "Chronomètre".  In keiner Weise kam diese Uhr je an das heran, was heute unter einer Chronometer-Qualität verstanden wird. Aber der Begriff Chronomètre war ja auch nicht geschützt (ist er m.E. auch heute nicht). Ansonsten handelt es sich um eine typische Silber-Taschenuhr mit einem Gehäuse in Niello(Tula)-Technik. Niello ist ein weiche Silberlegierung, die schwarz-blau glänzt und mit der sich herrliche Muster und Bilder machen lassen. Sehr beliebt waren die geometrischen Muster, wie das hier vorliegende. Da das Niello, wie bereits erwähnt, sehr weich ist, wurde es an den Kanten sehr schnell abgetragen.

Eine Reparatur ist heute aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich, denn das Niello hat einen wesentlich niedrigeren Schmelzpunkt als das Silber des Gehäuses, d.h. es besteht die Gefahr, dass bei einer Reparatur das Niello davonläuft.